Grußworte
| Prof. Dr. Hansjosef Böhles |
Als Schwerpunktthemen der 103. Jahrestagung in Nürnberg wurden "Pharmakotherapie im Kindesalter" sowie "fötale Programmierung" gewählt. Damit nimmt die Tagung eine der wesentlichen gesundheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre auf und reflektiert sie im Rahmen des Kongresses.
Ab 2007 haben die vom Europaparlament verabschiedeten Kinderarzneimittelrichtlinien Gesetzeskraft bekommen und werden mit Vehemenz die Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln im Kindesalter und damit auch gewohnte Abläufe der klinischen Kinder- und Jugendmedizin beeinflussen. Die diesbezüglichen Inhalte der Jahrestagung sind damit ein wesentlicher Beitrag im Rahmen der Entwicklung der "Bewusstwerdung" dieser bisher weitgehend vernachlässigten Problematik. Die europäische Politik hat mit dieser Gesetzgebung auch ein wichtiges Signal zur Stützung des kinder- und jugendärztlichen Berufsbildes gegeben, das sich in Forschung, Klinik und Praxis widerspiegeln wird.
Die Tagung zeigt mit Ihren thematischen Ansätzen die Lebendigkeit und die Schwerpunkte einer zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedizin. Mit dem Schwerpunktthema der "fötalen Programmierung" zielt sie auf das Zentrum unseres pathogenetischen Verständnisses für die quälenden Zivilisationsprobleme: Diabetes melitus, Arteriosklerose, Bluthochdruck und Adipositas; etwas überspitzt ausgedrückt kann die Thematik mit der Suche nach der alles erklärenden "Weltformel" in der Physik verglichen werden. Zumindest aber wird hierdurch eine wichtige Hilfestellung für die Organisation klarer präventivmedizinischer Ansätze gegeben, welche die Partnerschaft zwischen Geburtshilfe und Kinderheilkunde neu beleben wird.
Ich wünsche der Tagung einen fachlich erfolgreichen Verlauf und den Kolleginnen und Kollegen viele Möglichkeiten der freundlichen und persönlichen Begegnung.
Prof. Dr. Hansjosef Böhles
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin


